Kultur
Sein & Schein - Kultur
Donnerstag, 28. Oktober 2010

 

Angst auf der Buchmesse

von Sonja Hartl

Angst spielt in der Literatur eine wichtige Rolle: Sie treibt Figuren an und löst Handlungen aus, manche Autoren verarbeiten in ihre Ängste mit dem Schreiben. Auf der diesjährigen Frankfurter Buchmesse war die Angst also fast so gegenwärtig wie die Diskussion um die ebooks. Angst hatte ich schon vor der Buchmesse – immerhin sollte ich dorthin dieses Jahr das erste Mal als freie Autorin reisen. Also begegnete ich meiner Angst mit einer akribischen Vorbereitung, studierte das Programm an den fünf Messetagen und entschied mich für den Donnerstag als Besuchstag. Dann würde ich zwar Günter Grass verpassen, dafür aber Sascha Reh hören …

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Sein & Schein - Kultur
Freitag, 22. Oktober 2010

(K)ein biss(!)chen Angst vor Vampiren

Eine Glosse von Cordula Schilz

Da ging den Menschen ganz schön die Flatter: Jure Grando, ältester bekannter Vampir Europas (zum ersten Mal gestorben 1752), tyrannisierte nicht nur seine Ehefrau (indem er eheliche Pflichten einforderte), sondern auch das restliche Dorf Kringa in Istrien. Er stellte jungen Bäuerinnen nach. Die Bürger Kringas beschlossen, ihm einen Holzpflock durch den Leib zu stoßen. Wie man es mit Vampiren macht. Den Pfähler verließ jedoch der Mut beim Anblick des exhumierten Grandos, der grinsend und mit roten Wangen (natürlich auch: lange Fingernägel und Haare) im Grabe lag. Wenigstens köpfen konnten sie den Vampir und so war endlich Ruhe. Jure Grando starb 1772 zum zweiten Mal.

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Sein & Schein - Kultur
Donnerstag, 21. Oktober 2010

Für Sie gelesen …

 

Janne Teller:
Nichts. Was im Leben wichtig ist

eine Rezension von Dorothea Palte

„Es war höchst sonderbar. Wir hatten die Bedeutung gefunden und damit den Sinn des Ganzen. Alle möglichen Experten hatten erklärt, wie großartig der Berg aus Bedeutung war. Ein amerikanisches Museum wollte viele Millionen Dollar dafür bezahlen. Und trotzdem schien ihn niemand mehr zu interessieren. Wir verstanden es nicht. Entweder war der Berg die Bedeutung, oder er war es nicht. Und da sich alle darauf geeinigt hatten, dass er es war, konnte er doch nicht einfach wieder aufhören, es zu sein. Oder doch?“ (S. 119)

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Sein & Schein - Kultur
Samstag, 16. Oktober 2010

Für Sie gelesen …

 

Derek Nikitas: Scheiterhaufen

eine Rezension von Sonja Hartl

"Ein einziges Mal ist die Hölle. Luc wünschte sich oft, ihr Leben könnte mehr als nur ein einziges Mal ablaufen. Vielleicht ginge dann die Geschichte ihrer Familie besser aus, jedes Mal, wenn man sie erzählte. Vielleicht könnte sie die dunklen Stellen weglassen, genauso wie es ihr Vater getan hatte, wenn er zusammengekauert auf einem Kinderstuhl neben ihrem Bett saß und ihr diese schwedische Märchen vorlas. Oft überging er die grausamen Stellen in seinen Märchen, ließ aus, was immer Albträume verursachen konnte. Nur die heiteren Dinge, Kleines." (S. 7)

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