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am Wochenende saß ich in Hamburg an der Alster. Auf Anhieb konnte ich 14 Baukräne in der Sonne glitzern sehen. Die Stadt verändert sich ständig, Altes wird abgerissen, Neues gebaut. Und selbst hinter den Fassaden wird überall gewerkelt, Frühjahrsputz gemacht, werden die Möbel umgestellt. Es ist Frühling, die Zeit der Veränderung. Zeit für eine neue Frisur, einen neuen Look oder gar eine neue Liebe. Alles verändert sich ständig. Das Leben ist eine Baustelle, wie es ein Filmtitel aus den 1990er Jahren so treffend auf den Punkt bringt.
Alles anders. VERÄNDERUNG.
Vielen Menschen macht sie Angst: Alles möge doch bitte so bleiben, wie es ist. VERÄNDERUNG bedeutet Unruhe: Wenn sich die Welt bewegt, müssen wir uns bewegen. Doch Körper und Geist sind träge. Aber Dinge einfach auszusitzen, macht die Sache nicht besser. Dann werden wir von der VERÄNDERUNG überrollt oder landen auf dem Abstellgleis.
Andere Menschen hingegen sind geradezu süchtig danach: Das Rad immer neu zu erfinden, jeden Stein umzudehen. VERÄNDERUNG als Lebensaufgabe. Sisyphos lässt grüßen.
Manche VERÄNDERUNGEN sind klein, fast unmerklich. Erst in der Summe und in der Rückschau zeigt sich ihr wahres Ausmaß. Wie die schleichenden Kilos, die sich über die guten Jahre hinweg ansammeln.
Und dann sind da großen, fundamentalen VERÄNDERUNGEN. Diejenigen, die uns durchschütteln und keinen Stein auf dem anderen lassen, in dem Haus, das wir unser Leben nennen.
Es gibt die VERÄNDERUNG, die wir uns sehnlich wünschen. Und es gibt jene, die unaufgefordert mit uns passiert, die uns zwingt, neue Wege zu gehen.
Barack Obama ist mit dem Wunsch nach VERÄNDERUNG Präsident der Vereinigten Staaten geworden: CHANGE war das Stichwort. Kritiker meinen, diesem Anspruch werde er nicht gerecht. Doch schaut man auf die Welt, sieht man derzeit überall Zeichen des Wandels: Menschen gehen auf die Straße, kämpfen für VERÄNDERUNG. Um Neues zu schaffen, muss immer auch Altes zerstört werden.
Alles in allem, so scheint mir, wenn ich auf die Welt und mein Leben blicke: VERÄNDERUNG an sich ist weder gut noch schlecht. Alles ist danach nur irgendwie anders. Die Frage ist immer, was wir draus machen. Wir können sie nicht aufhalten, aber die VERÄNDERUNG, die wir selbst herbeiführen, fühlt sich immer ein bisschen besser an, als die, die über uns hereinbricht.
In diesem Sinne: Nehmen sie die Baustelle Ihres Lebens selbst in die Hand! Und lassen Sie sich überraschen, wie vielfältig VERÄNDERUNG sein kann. Denn ihr widmen wir uns die nächsten zwei Monate auf ava.
Herzlichst,
Ihre Dorothea Palte
avaChefredakteurin
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